[2.7] Eileiter-Diagnostik

Wegen der Zunahme von sexually transmitted diseases bekommt der Tubenfaktor für die weibliche Sterilität zunehmend Bedeutung; nach Hormonstörungen und Anovulation sind die verschlossenen Tuben die zweithäufigste Sterilitätsursache bei der Frau.

Zur Abklärung des Eileiterstatus stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung:
Während man die Pertubation weitgehend verlassen hat, gewinnt die sonographische Tubendarstellung, vor allem für den praktisch tätigen Gynäkologen, der dies in seiner Ordination durchführen kann, zunehmend an Bedeutung. Mit einem reflektierenden Kontrastmittel werden, ähnlich wie bei der Hysterosalpingographie, das Cavum uteri und beide Tuben persuffliert, was vaginalsonographisch visualisiert werden kann. Vor einer diesbezüglichen Untersuchung muß naturgemäß eine vaginale Untersuchung, ein Vaginalsekret und der Ausschluß einer latenten pelvinen Infektion erfolgen.

Die Hysterosalpingographie (HSG) ist seit Jahrzehnten im Einsatz und stellt nach wie vor ein probates Mittel zur Tubendiagnostik dar.

In den letzten Jahren hat die Laparoskopie für die Abklärung der Sterilität in zunehmendem Maße an Bedeutung gewonnen, da man mit ihrer Hilfe nicht nur die Durchgängigkeit der Tuben evaluieren, sondern auch den Situs des kleinen Beckens, vor allem aber die Präsenz von Endometrioseherden, die per se, unabhängig von der Tubensituation, eine Sterilitätsursache darstellen können, beurteilen kann. Da allerdings dieser invasive Eingriff mit einer, wenn auch geringen Komplikationsrate verbunden ist, muß mit der Patientin überlegt werden, ob die Bauchspiegelung bereits am Beginn oder erst am Ende der Sterilitätsabklärung stattfinden soll. Naturgemäß wird man sich auch hier an anamnestischen Hinweisen orientieren. Mit der Laparoskopie kann auch die hysteroskopische Diagnostik kombiniert werden, die nicht nur beim wiederholten Abort, wo sie als Diagnosemittel der ersten Wahl angezeigt ist, sondern auch bei Sterilitätspatientinnen die Ursache für die fehlende Konzeption an den Tag bringt. Die Hysteroskopie kann auch ambulant in Lokalanästhesie vorgenommen werden und erlaubt die Diagnose von Septen, einem häufigen Sterilitätsgrund, sowie die Diagnose von Polypen und Myomkeimen, die oft vaginalsonographisch nicht erkannt werden können.

Schon vor Jahrzehnten bemerkte man, dass durch diagnostische Eingriffe wie es die Hysteroskopie oder die Laparoskopie sind – unabhängig von der Diagnose – die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft zunimmt. Warum dem so ist, kann die Medizin derzeit nicht beantworten, möglicherweise werden dadurch Faktoren freigesetzt, die eine Einnistung unterstützen. Dies ist auch einer der Gründe, warum ein Eileiterröntgen oder eine Bauchspiegelung vor dem Eisprung, also in der 1. Zyklushälfte stattfinden soll. Als Kontrastmittel wird das Lipidiol mitunter verwendet, weil es die Eileiterfunktion noch verbessern soll.