[3.6.3] Fett-Weg-Spritze

Das Lecithin ist eine körpereigene Substanz, die zum Transport vom Cholesterin und Fettbestandteilen eingesetzt wird. Vor allem versucht es aus verschiedenen Körperteilen die Fettmoleküle in die Leber zu transportieren, damit sie von dort über die Galle ausgeschieden werden. Diesem Mechanismus hat man sich vor Jahren bei einem Medikament bedient, das den Fettanteil von Verkalkungsherden reduzieren soll. Vor mehr als 10 Jahren wurde in Süd-Amerika die gleiche Substanz erstmals verwendet, allerdings nicht, um in den Blutgefäßen Verkalkungsherde weniger zu machen, sondern um unterhalb der Haut die Fett-Depots zu reduzieren. Als vor einigen Jahren in Europa diese Methode ebenfalls bekannt wurde, gab es vor allem von seiten der kosmetischen Chirurgen einen Aufschrei, die Methode sei nicht gesichert so hieß es, vor allem aber können sich schwere Nebenwirkungen ausbilden. Deswegen laufen dzt.klinische Studien, von denen einige bereits abgeschlossen sind, die diese Befürchtungen bis jetzt allerdings nicht bestätigen konnten. Denn beim Lecithin handelt es sich um eine körpereigene Substanz, die von der Medizin sogar für die Anwendung in das Blutgefäßsystem freigegeben wurde – und das bei schwerstkranken Patienten. Es ist daher intellektuell nicht einleuchtend zu verstehen, dass eine Substanz, die in die Vene bzw.in die Arterie injiziert wird, dass die gleiche Substanz unmittelbar unter der Haut verabreicht, schwere gesundheitliche Schäden hervorrufen könnte. Offensichtlich sind für diese Diskussion auch andere Gründe mitverantwortlich.

Nach den bis jetzt vorliegenden Ergebnissen scheint die Methode bei 60-70 % zu wirken, bei 30 % tritt nicht der gewünschte Erfolg ein. Nebenwirkungen sind in den bis jetzt durchgeführten Studien nicht beobachtet worden. Kleine Entzündungen am Ort der Injektion bzw.Haematome können entstehen.

Diese Methode ist mit der Fettabsaugung nicht zu vergleichen, weder was die Belastung noch was die Komplikationen noch was – und das zählt im besonderen – die Kosten betrifft. Deswegen ist es nach dzt. Stand des Wissens intellektuell und medizinisch legitim, einer Frau zu helfen, die diese Methode versuchen möchte und nach relativ kurzer Zeit – noch bevor sie sehr viel Geld wie bei der Fettsabsaugung ausgegeben hätte – bemerkt, ob ihr diese Methode konveniert oder nicht.