Während der Haarausfall und die unreine Haut (Akne) sehr gut den Hormonstörungen zugeordnet werden kann, ist dies beim Hirsutismus, bei der übermäßigen Behaarung, nicht immer so. Oft sind tatsächlich auch die Hormonparameter, die man im Blut untersucht, völlig normal. Die übermäßige Behaarung scheint ein vor allem lokales Ereignis zu sein, die genetische Disposition spielt hier eine besondere Rolle und deswegen ist es sinnvoll zu fragen, ob Vater oder Mutter ebenfalls stärker behaart sind. Wenn das berichtet wird, so kann man von einer genetischen »Belastung« ausgehen.
Zweifellos spielen auch die männlichen Hormone eine Rolle, aber die Botschaft der Gene scheint hier doch stärker zu sein. Das Gegenhormon zu den männlichen Hormonen, das Cyproteronacetat, ist - ähnlich wie bei der Akne – eines Versuches wert. Mitunter reduziert sich auch das Haarwachstum, allerdings darf man nicht unglücklich sein, wenn der Erfolg nicht so ist, wie man sich das vorstellt. Die lokale Anwendung von Anti-Hormonen bringt einen oft unerwarteten Erfolg , ist harmlos und zumindest eines Versuches wert. Verwendet man gleichzeitig den Laser, so etabliert sich zurzeit eine kombinierte Behandlung von Laser und Hormonen. Durch den Laser werden die Haarwurzel dezimiert, um das Wiederaufflackern des Hirsutismus jedoch endgültig zu verhindern, empfiehlt sich nach der Laserbehandlung eine lokale Behandlung mit Anti-Androgenen.
I. Definition
Vermehrte, an Androgenenpraedelektionsstellen konzentrierte Behaarung.
Differentialdiagnose zur Hypertrichose!
II. Ursachen
Ätiologisch kann der Hirsutismus in zwei, sich teilweise überlappende Formen unterteilt werden:
- hereditäre Form
- endokrin bedingte Form
hereditäre Form
Bei der hereditären Form ist meistens ein Elternteil ebenfalls stark behaart, der Hirsutismus beginnt während der Pubertät.
endokrin bedingte Form
Beim hauptsächlich endokrin bedingten Hirsutismus fehlt die hereditäre Belastung, der Hirsutismus tritt plötzlich und nicht unbedingt mit der Pubertät koinzidierend auf.
Der hereditär bedingte Hirsutismus geht meist mit einem normale Zyklus einher, der endokrin verursachte ist oft mit Zyklusstörungen verbunden.
III. Diagnostik (Hormonbestimmungen)
hereditäre Form
- Testosteron, DHEAS (zum Tumorausschluß)
endokrinologisch bedingte Form
- LH/FSH-Ratio (PCO)
- Testosteron, DHEAS (Androgendiagnostik)
- Östradiol (zur Beurteilung der ovariellen Aktivität)
- 3 Alpha-diol-Glucuronid (Maß f. 5-Alpha-Reduktase-Aktivität)
- SHBG (korreliert mit den gebundenen Androgenen)
- TSH (Hypo-und Hyperthyreose)
- Somatotropin (akromegale Patienten weisen oft einen starken Hirsutismus auf)
IV. Therapie
genetisch-bedingter Hirsutismus
Da die beiden Formen des Hirsutismus ineinander übergreifen, kann auch beim genetisch bedingten Hirsutismus eine endokrine Therapie begonnen werden. Führt dies jedoch nicht zu dem gewünschten Erfolg, so ist der Patientin eine mechanische Entfernung der Haare via Epilation bzw. eine Photoderm-Strategie anzuraten.
endokrin-bedingter Hirsutismus
- Systemische Therapie
Orale Antiandrogen-Therapie mit Diane mite â und Cyproteronacetat (10 mg, 50 mg); bei nicht notwendiger Empfängnisverhütung bzw. bei Kontraindikation zu alkylierten Östradiol 2 mg Östradiol-Valerat täglich und 10 - 50 mg Cyptroteronacetat 10 - 15 Tage vor der jeweils zu erwartenden Regel. - Topische Therapie:
Osiren-Salbe:
Rp.:/ Osiren amp. I OP a Nr.V
m.f.ung.
S. Salbe5-alpha-Reduktase-Hemmer und/oder topisches Cyproteronacetat als Salbe
Rp./ Finasterid 0.15
Cyproteronacetat 0.30
S. Salbe
Eine erfolgreiche Form der Hirsutismusbehandlung besteht in der primären Beseitigung der Haare durch Laser sowie die anschließende Therapie mit einer lokal aufgebrachten Antiandrogencreme, welche das Wiederaussprossen der Haare verhindern beziehungsweise verlangsamen soll. ●
