[3.5.5] Krebsvorbeugung

Die moderne Medizin hat dafür einen Begriff geschaffen, nämlich den »der präventiven Onkologie«. Dahinter steckt das Bemühen, nicht zu warten, bis ein Karzinom entsteht, sondern alles zu unternehmen, um das Auftreten eines bösartigen Geschwulstes zu verhindern. Dazu zählen einfache Maßnahmen, die nicht kostspielig sind, allerdings mitunter viel Kraft benötigen, um sie auch tagtäglich umzusetzen:

  1. Risikofaktor Übergewicht: Das Übergewicht zählt zu den größten Risikofaktoren für verschiedene Karzinome und weist dadurch den Weg zur Krebsvorbeugung: nämlich durch die Normalisierung des Körpergewichtes und durch die Gewichtsabnahme wenn es notwendig ist. Bei Brustkrebspatientinnen ist die Normalisierung des Körpergewichtes von besonderer Bedeutung. Vor allem muß mit allen Mitteln verhindert werden, dass nach der Diagnose eines Karzinoms, die verständlicherweise mit großen seelischen Belastungen verbunden ist, es zu einer weiteren Gewichtszunahme käme.
    Ein Mittel, das Gewicht zu reduzieren, besteht im Verzicht einer Mahlzeit, am besten des Abendessens. Wenn dann zwischen zwei Mahlzeiten ca. 14 Stunden liegen, dann sinkt der lnsulinspiegel ab, womit man ebenfalls eine Art der Krebsvorbeugung erzielen kann.
  2. Exercise: Neben der Gewichtsreduktion kommt der körperlichen Aktivität eine außer Zweifel stehende Schutzfunktion zu gegenüber dem Auftreten und auch dem Widerauftreten bösartiger Geschwülste zu. Sowohl beim Dickdarmkrebs wie auch beim Brustkrebs wurde untersucht, ob körperliche Aktivität die Gefahr eines Widerauftretens bösartiger Geschwülste senken könnte.
    Die bisherigen Ergebnisse bestätigen dies und unterstreichen damit, dass Sport ebenfalls eine Art von Krebsvorsorge darstellt.
  3. Reduktion der Brustdichte: Die Brustdichte ist ein Risikofaktor, der bei der Mammographie festgestellt werden kann. Eine dichte Brust ist mit einem höheren Risiko verbunden. Die Brustdichte kann durch verschiedene Aktivitäten gesenkt werden, wozu in erster Linie ebenfalls die körperliche Aktivität zählt. Aber auch der Verzicht auf Alkohol und manche Pflanzensubstanzen scheinen die Brustdichte günstig zu beeinflussen.
  4. Vitamin D: Das Vitamin D schützt nicht nur den Knochen, sondern erfüllt darüber hinaus zahlreiche andere Funktionen im menschlichen Körper. Dazu zählt ein Schutz gegen den Diabetes I, gegen entzündliche Darmerkrankungen, aber auch gegen zahlreiche bösartige Geschwülste. Manche Krebsarten sind im Norden wesentlich häufiger als im Süden. Das Vitamin D ist in der Lage, die Zellteilung zu regulieren, fehlt dieses Vitamin, so treten Störungen auf, die bis zum Krebs führen können. Der Vitamin D Mangel ist häufiger als man glaubt. Durch die Bestimmung des Vitamin D 25 ist es leicht zu überprüfen, ob eine Vitamin C-Zufuhr vorgenommen werden sollte oder nicht.
  5. Nahrungsergänzungsmittel: Obwohl auf diesem Gebiet noch viel geforscht werden muss, verdichten sich die Hinweise, dass Spurenelemente und Vitamine, die in manchen Speisen verstärkt vorkommen, ebenfalls eine Schutzwirkung gegen Karzinome haben. Dazu zählt die Folsäure, die neben dem Aspirin den Dickdarmkrebs verringert, Selen, Vitamin E und Bestandteile der Tomate, nämlich das Lycopene, scheinen für die Prävention des Prostatakarzinoms wichtig zu sein. Bei Brusterkrankungen werden heute so genannte Aromatasehemmer eingesetzt, die den Östrogenspiegel in der Brust senken können. Auch in der Natur gibt es Substanzen, die eine Aromatase-ähnliche Wirkung haben und die möglicherweise zu Prävention und Vorbeugung herangezogen werden können, was aber durch weitere Untersuchungen aber noch erhärtet werden muss.