[2.6] Lutealanalytik

Obwohl die zweite Zyklusphase normalerweise von der ersten präjudiziert wird, kann es mitunter trotz einer normalen Ovulation zu einer kurzen oder zu einer inadäquaten Lutealphase kommen, die ebenfalls vaginosonographisch und endokrinologisch abgeklärt werden kann. Die Transformation des Endometriums kann vaginosonographisch überprüft und dokumentiert werden und stellt für die Einnistung ebenfalls eine physiologische Bedingung dar.

Das in der Lutealphase gebildete Progesteron ist sowohl für den Umbau der Gebärmutterschleimhaut als auch für eine Reihe anderer molekularbiologischer Steuerungsmechanismen wichtig und ist eine Voraussetzung für die Implantation. Inwieweit allerdings die Bestimmung des Progesterons in der Gelbkörperphase klinische Relevanz besitzt, kann derzeit noch nicht mit Sicherheit beantwortet werden. Die Serumkonzentration des Progesterons soll in der Mitte der Lutealphase 10ng/ml betragen, ein zu rascher prämenstrueller Abfall kann möglicherweise auch mit einer Implantation interferieren.

Die Progesteronsubstitution als eine mögliche Behandlung der Lutealinsuffizienz scheint sich nach den derzeitigen Berichten bewährt zu haben. 50–200 mg intravaginales Progesteron erhöht nach den bisher vorliegenden Untersuchungen die Schwangerschaftsrate, wiewohl auf Grund zahlreicher, nicht genau zuordenbarer Umstände die Aussagen randomisierter Untersuchungen schwierig zu interpretieren sind. Obwohl die intravaginale Hormonapplikation für manche Frauen unangenehm ist, scheint sie gegenüber der oralen Gelbkörperhormonzufuhr doch von Vorteil zu sein; nach rezenten Untersuchungen gibt es auch im Genitalbereich einen first pass effect, durch den präferentiell der Uterus über intravaginal appliziertes Progesteron angeflutet wird. Der zweite klinische Grund, der für eine lokale Gelbkörperzufuhr spricht, ist die Umgehung des hepatischen Kreislaufs, durch den nicht abschätzbare Metabolite entstehen.

In der Lutealphase finden sich signifikant höhere Insulin und GH Spiegel, was auf einen höheren Kalorienbedarf hindeutet. Unter Umständen sollte das GH auch substituiert werden.