[2.10] Wiederholte Aborte

Wiederholte Aborte sind definiert mit drei und mehr Schwangerschaftsverluste. Häufige Ursachen sind Antiphospholipid-Antikörper, die in der Anamnese oft mit einer erhöhten Thromboseneigung einhergehen können. Aber auch ein schlecht eingestellter Diabetes ist die Ursache wiederholter Aborte, genauso wie Übergewicht, Zigarettenabusus und Alkoholkonsum. Auch Koffein kann eine Ursache für dieses Problem sein.

15 % der Patientinnen mit einem wiederholten Abort zeigen signifikant hohe Antiphospholipid-Antikörper auf, verglichen zu nur 2 % in der normalen Population, die problemlos schwanger wird.
Auch die Thrombophilie soll abgeklärt werden, Faktor-V-Leiden-Trägerinnen, sowie Faktor-II-Mutationsträgerinnen neigen zu wiederholten Aborten.

Uterine Malformationen sind in 10-25 % mit wiederholten Aborten zu finden, allerdings nur in 5 % der Kontrollpatientinnen. Da balancierte Karyotypen auch für wiederholte Aborte verantwortlich sein können, ist eine Karyotypisierung (= Chromosomenuntersuchung) sinnvoll.
Auch Infektionen können für wiederholte Aborte mitverantwortlich sein, deswegen ist die Untersuchung nach Chlamydien, Ureaplasmen etc. sinnvoll.
Ob ein Progesteronmangel mit wiederholten Aborten zusammenhängt, wird momentan unterschiedlich diskutiert.

 

Therapie

Die antikoagulative Therapie ist ein wichtiger therapeutischer Faktor. Eine Kombination von 5.000 Einheiten Heparin zwei Mal täglich und eine Low-Dosis Aspirin haben sich als erfolgreich erwiesen.